Das Tier als Massenware…

…Tierpelze als Billigware

Kaum sind sie da die kühlen Tage, sind sie zahlreich und jedes Jahr häufiger anzutreffen: Jacken und Mützen mit Pelzapplikationen tierischer Herkunft, die als Verzierung an den Jacken baumeln.

Die Textilbranche hat inzwischen die Zielgruppe „Kids“ erfolgreich ins Visier genommen. Und auch bei ihnen kommen die Verbrämungen immer grösser und üppiger daher.

Ein Junge an einem milden Herbsttag im Oktober 2021. Ob er weiss, dass er einen Marderhundpelz aus tierquälerischer Haltung trägt?

Meine Frage, ob er denn echten Pelz trage, konnte er nicht beantworten. Er weiss es einfach nicht.

Fehlende Aufklärung.
Ein Thema, das in den Schulstoff gehört.

Einhergehend mit der Massenproduktion von Billigmode und der sogenannten Fast Fashion hat in den letzten Jahren der massive Bedarf an Pelz, häufig von Marderhunden aus Asien, auf erschreckende Weise zugelegt. Dies hat dazu geführt, dass Kunstpelz in der Herstellung teurer ist als echter. Ein schöner und üppiger Marderhundpelz mit 75cm Länge wird in Onlineshops für weniger als 12 Franken angeboten.

Das Tier als Teil im System der Wegwerfmode.

Stichproben zeigen immer wieder, dass als Kunstpelz deklarierte Ware in Wirklichkeit mit echtem Pelz besetzt wurde. Hinzu kommen auch „legale Etikettenschwindel“. Wie zum Beispiel von chinesischen Textilunternehmen, die sich zahlreich in Norditalien niedergelassen haben. Sie produzieren Fast Fashion zu Dumpingpreisen, die bei uns mit dem Herkunftslabel „Made in Italy“ verkauft werden, obwohl kaum oder keine ItalienerInnen an der Herstellung der Waren beteiligt waren.

So kommt der Konsument nicht immer auf die Idee, dass der Kapuzenpelz an der preisgünstigen Jacke von einem Tier stammt. Und „Made in Italy“ wird kaum mit Tierquälerei und Billigarbeitern in Verbindung gebracht.


Corona zeigte das hässliche Gesicht dieser verwerflichen Tierindustrie. Es zeigte auch die inzwischen unglaublichen Dimensionen der unvorstellbaren Anzahl an Tieren, die in verschiedenen Ländern zu Millionen gezüchtet und gefoltert werden. Und das für Mode-Accessoires, auf die zu verzichten kein „Opfer“ darstellen würde.

Dänemark hatte im Herbst 2020 über 17 Millionen Nerze vergast und in Gruben gekippt, weil bei ihnen Covid nachgewiesen wurde. Die Angst vor mutierten Viren der Nerze zum Menschen brachte dieses Elend zu Tage. Die Tiere wurden später wieder ausgegraben und verbrannt, da das Grundwasser kontaminiert wurde.

Russland verzichtete auf die Keulung ihrer Bestände. Sie haben stattdessen den Corona-Impfstoff „Carnivac-Cov“ entwickelt, ein Sputnik V für Pelztiere. Das Vakzin wurde im April 2021 von den russischen Behörden zugelassen und stand schnell in ausreichender Menge zur Verfügung.

In China vermutet man eine riesige Tierindustrie, die unkontrolliert agieren kann. Auch in Europa werden beide Augen zugedrückt, wenn es um Kontrollen auf den Pelzfarmen und in den Geschäften geht. In der Schweiz werden die ohnehin nutzlosen Deklarationen kaum kontrolliert.


Die Haltung der Wildtiere, die wie die Nerze in Freiheit Territorien von mehreren Fussballfeldern einnehmen, fristen in engen Käfigen auf einem Gitterrost ihr Dasein. Werden die Einzelgänger zu mehreren in einen solchen gestopft, bieten sich Bilder wie folgendes:

Die hier gezeigten Bilder sind noch „harmlos“.

Falls Sie im Web recherchieren, stellen Sie sicher, dass keine Kinder zugegen sind, die das sehen oder auch hören könnten.

Suchbegriffe wie „China Marderhund Industrie“ zeigen erschütternde Ergebnisse.

Nerze sind Einzelgänger (Bildquelle: Beobachter)

Quelle: Beobachter.

Aus einer italienischen Zuchtfarm in der Lombardei.

Die Tiere werden massiv überfüttert, was mehr Pelz gibt. Die Pfoten deformieren sich wegen dem Gitterrostboden, der die billigste „Entsorgung“ der Exkremente erlaubt, die je nach Haltung auf die Leidensgenossen unterhalb herabregnen und einen beissenden Gestank zur Folge hat.

Eine Art der Fütterung sieht so aus, dass ein Brei aus Fleisch, Fisch und pflanzlichen Abfällen auf die Käfige gegeben wird, der sich dann auch mit den Exkrementen der Tiere im Käfig mischen kann.

Krankheiten und extrem gestörtes Verhalten sind die Folgen.

Dies zieht auch den Einsatz von Antibiotika nach sich, damit die Tiere nicht schon vor der „Ernte“ verenden.

Eine Nestbox mit Einstreu gibt es höchstens für Tiere, deren Pelze in exklusiven Couture-Geschäften verkauft werden. Diese vom Käfig aus zugängliche winzige Box erlaubt dem Tier einen „Rückzugsort“, dessen Dach aber oftmals wieder aus Drahtgitter gefertigt ist. Aber immerhin ein fester Boden.

Zusammengepferchte Marderhunde.

Ein Leben in beissendem Gestank.
Ein Leben das aus Schmerzen, Angst und andauerndem Stress besteht.

Die Tötung markiert den letzten abscheulichen Punkt der Leidensgeschichte. Damit der Pelz nicht (noch mehr) Schaden nimmt, werden die Tiere durch Strom oder Abgase getötet. Bei letzterer Methode wachen sie nicht selten wieder auf und erleben das Abziehen des Pelzes bei vollem Bewusstsein. In Ländern wie China wird ihnen der Pelz meist bei lebendigem Leib abgezogen, oder sie werden zuvor mit Knüppelschlägen zu Tode gebracht oder betäubt.

Ungezügelte Profitgier und wegschauende Konsumenten

Die Pelzindustrie geht wie keine andere an die Grenzen schlimmster Tierfolter. Die Farmen sind ein ökonomischer und ökologischer Unsinn und die Folgen hat die Allgemeinheit zu tragen.

Viele Wissenschaftler sehen eine plausible Ursache für die aktuelle Pandemie in der inzwischen gigantischen Tierindustrie, in welcher Schleichkatzen und Marderhunde zu Abermillionen unter fürchterlichsten hygienischen Bedingungen gezüchtet werden. Sie waren bereits bei Sars-CoV-1 als Zwischenwirt identifiziert worden.
Nachgewiesen ist dies für Sars-CoV-2 allerdings nicht, und das Zeitfenster zur Rückverfolgung hat sich inzwischen geschlossen. Zudem wird auch die Laborhypothese diskutiert, die jedoch in der Wissenschaft nicht als wahrscheinlicher Ursprung angesehen wird.

Hunde als Lebendware.

Und dies alles, um grausamste Tierquälerei zur Schau zu tragen?

Quelle: SRF Schweizer Radio und Fernsehen

Eine Frau mit einem Marderhundpelz.

Die Zeit ist mehr als reif für ein Umdenken. Denn die in der Schweiz eingeführte Deklarationspflicht aus dem Jahre 2014 ist in vielerlei Hinsicht unwirksam und nicht zielführend.

Die Würde der Tiere aus diesen Qualzuchten steht in keinster Weise im Einklang mit unserem Tierschutzgesetz, in welchem unter anderem geschrieben steht:
„Niemand darf ungerechtfertigt einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zufü­gen, es in Angst versetzen oder in anderer Weise seine Würde missachten. Das Miss­handeln, Vernachlässigen oder unnötige Überanstrengen von Tieren ist verbo­ten.“

Folgende Nachricht aus dem Zürcher Kantonsrat lässt daher hoffen:

Am 20. September 2021 stellte sich der Zürcher Kantonsrat (vorerst) geschlossen hinter die Initiative von Sandra Bossert und Nina Fehr Düsel (beide SVP) mit 101 Ja-Stimmen für ein Importverbot von Pelz aus Qualzuchten. Der Bund soll nur noch Pelze aus einheimischer Jagd zulassen.

Ein Vorschlag, mit dem alle leben könnten und wieder mehr das Gesetz der Natur in den Vordergrund stellt.

Hoffen wir weiter, dass die Initiative durchkommt und über unsere Landesgrenzen hinaus ein Zeichen für einen Wert setzt, der den allermeisten Schweizern am Herzen liegt: Tiere nicht zu Tode zu quälen und dies auch nicht zu tolerieren.

Es gibt keinen Grund, diese abscheuliche Tierindustrie weiter zu protegieren.